Umrechnung der Herzfrequenzbereiche zwischen Sportarten

Umrechnung der Herzfrequenzbereiche zwischen Sportarten

Trainingszonen im Ausdauertraining werden auf Basis physiologischer Schwellen definiert. Bei der uVida activity - Analyse werden hierfür die ventilatorischen Schwellen VT1 (erste ventilatorische Schwelle) und VT2 (zweite ventilatorische Schwelle) verwendet. Die Trainingsbereiche REKOM, GA1, GA2, EB und SB werden relativ zu diesen Schwellen festgelegt.

Die zugrunde liegenden physiologischen Schwellen sind grundsätzlich sportartenunabhängig, da sie den Stoffwechselzustand des Organismus beschreiben. Allerdings tritt eine bestimmte metabolische Intensität je nach Sportart bei unterschiedlichen Herzfrequenzen auf. Ursache hierfür sind vor allem:

  • Unterschiede in der aktivierten Muskelmasse
  • die Körperposition während der Belastung (z. B. sitzend beim Radfahren, aufrecht beim Laufen)
  • die mechanische Effizienz der Bewegung
  • sportartspezifische neuromuskuläre Anforderungen

Sportarten mit größerer beteiligter Muskelmasse – etwa Skilanglauf – führen bei gleicher relativer Intensität häufig zu etwas höheren Herzfrequenzen, während bei Sportarten mit geringerer Muskelbeteiligung oder hoher mechanischer Effizienz – beispielsweise Radfahren – die Herzfrequenz meist etwas niedriger liegt.

In der Trainingspraxis werden daher typische Herzfrequenzverschiebungen zwischen Sportarten verwendet, um Trainingszonen von einer Referenzsportart (z. B. Laufen oder Radfahren) auf andere Ausdauerdisziplinen zu übertragen. Diese Verschiebungen sind in der Regel relativ konstant über die verschiedenen Intensitätsbereiche.


Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass die tatsächlichen Unterschiede individuell variieren können. Faktoren wie Trainingszustand in der jeweiligen Sportart, Technik, Muskelökonomie oder lokale muskuläre Ermüdungsresistenz können dazu führen, dass die Herzfrequenzdifferenzen zwischen Sportarten von Person zu Person unterschiedlich ausfallen. Die angegebenen Umrechnungen stellen daher Orientierungswerte dar, die im Idealfall durch sportartspezifische Leistungsdiagnostik überprüft werden.


Info

Literatur

  • American College of Sports Medicine – ACSM’s Guidelines for Exercise Testing and Prescription
  • Stephen Seiler – Intensity distribution in endurance training
  • Arndt Faude, Wilhelm Kindermann & Tim Meyer – The concept of lactate threshold in endurance sports
  • Alejandro Lucia et al. – Physiological responses to cycling and running at ventilatory thresholds